Digitalisierung an Schulen

Digitalisierung an Schulen

13.06.2019 0 By Peter Hilti

Alle Welt spricht seit einigen Jahren von Digitalisierung oder der digitalen Revolution. Nun sind auch die Schulen auf diesen Trend aufmerksam geworden. Es werden Konzepte entwickelt und auf einmal merken die Lehrpersonen, dass sie auch ihren eigenen Unterricht zu hinterfragen haben.

Schule entwickeln bedeutet immer auch Unterrichtsentwicklung

Leider führt diese Erkenntnis dann aber auch bei einigen Lehrpersonen zu Widerstand und die allseits heraufbeschworene Digitalisierung nimmt ein jähes Ende. An dieser Stelle sind die Schulleitungen gefordert, gangbare Kompromisse im Lehrpersonenteam herbeizuführen. Und dies führt – in meinen Augen – einzig und allein über Diskussionen um Unterrichtsgestaltung und -qualität.

So lange Lehrpersonen den Mehrwert von digitalen Anwendungen im Unterricht nicht sehen, wird sich hier auch nichts verändern.

Woher sollen allerdings Lehrpersonen die notwendige Zeit und das Know-How nehmen, sich mit aktuellen Trends in der digitalen Unterrichtsgestaltung auseinanderzusetzen? Dies scheint ein Teufelskreis zu sein. Wir Lehrpersonen sind Weltmeister im 1000 gute Gründe zu finden warum eine Veränderung nicht funktionieren wird. Interessant wird es allerdings, wenn wir den Fokus darauf verwenden, die eine (neue) Anwendung zu finden, welche eben genau diesen Mehrwert generiert.

Eltern mit grossen Vorbehalten gegenüber 1:1

Gegenwind kommt aber nicht nur von Lehrpersonen, welche die Chancen der Digitalisierung im Unterricht noch nicht erkannt haben, sondern auch von vielen Eltern. Neben Ängsten der noch grösseren Bildschirmzeit ihrer Kinder, ist es meistens eine falsche (oder unvollständige) Vorstellung wie Unterricht künftig aussehen könnte. Oftmals musste ich Fragen wie “Wie viele Minuten pro Tag wird mein Kind vor dem Bildschirm sitzen?” oder “Geht dann nicht die Handschrift verloren, wenn nur noch auf die Tastatur getippt wird?” beantworten.

Auch viele Lehrpersonen haben diese Sichtweise. In meinen Augen ist der Schlüssel zum Erfolg, dass der Laptop (Tablet) als weiteres Werkzeug angesehen wird, welches dann zum Einsatz kommt, wenn eine neue Lernform bzw. Anwendung durchgeführt wird. Ich vergleiche es gerne mit der Einführung des Taschenrechners vor einigen Jahrzehnten. Heute gehört das doch einfach zur Grundausstattung und es ist die ureigenste Pflicht der Schule, die Jugendlichen auf ihr künftiges Leben vorzubereiten.

Der Laptop ist lediglich ein Werkzeug, welches der Lehrperson neue und andere Übungsformen im Unterricht ermöglicht.